Alles Rund um das Thema Pflege

Pflegegrade – das zweite Pflegestärkungsgesetz

Die Pflegegrade – “Heute bringen wir eine große Reform für 2,7 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland auf den Weg“. Mit diesen Worten kommentierte der amtierende Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe am 13. November 2015 die im Bundestag verabschiedete Gesetzesänderung der Pflegegrade. Am 18. Dezember 2015 bewilligte der Bundesrat das sogenannte zweite Pflegestärkungsgesetz. Die beschlossene Reform tritt am 01.01.2017 in Kraft und wird somit endlich dem tatsächlichen Unterstützungsbedarf von Pflegebedürftigen gerecht.

Die Eckpunkte lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

1. Zunächst wird ein neues Begutachtungssystem eingeführt. Statt der bisherigen drei Pflegestufen wird es in Zukunft fünf Pflegegrade geben.
2. Die ausbezahlten Pflegeleistungen werden erhöht und der Beitrag zur Pflegeversicherung wird um 0,5 % angehoben.
3. Zudem wird eine Besserstellung von pflegebedürftigen Personen mit demenziellen Erkrankungen erreicht. Bisher wurden die körperlichen Einschränkungen höher gewichtet als die geistigen Einschränkungen. Dies wird sich in Zukunft ändern, indem psychische und physische Faktoren gleichgesetzt werden.

Im folgenden Beitrag erfahren Sie alles rund um das Thema des zweiten Pflegestärkungsgesetzes.

Was passiert aus den bisherigen Pflegestufen?

Ab 2017 wird nicht mehr in drei Pflegestufen gegliedert, sondern fünf sogenannte Pflegegrade kommen zur Anwendung. Damit soll erreicht werden, dass sich die tatsächliche Situation der pflegebedürftigen Person besser bewerten lässt. Der folgenden Übersicht können Sie entnehmen, wie sich die bisherigen Pflegestufen in Zukunft genau ändern werden. Wenn Sie bereits einer Pflegestufe angehören, so wird diese automatisch in das neue Pflegegrade-System übernommen.

Diesem Bild können Sie entnehmen, welche Pflegestufe zu welchem Pflegegrad automatisch umgestellt wird.

Wie verändert sich der Betrag der ausbezahlten Leistungen?

Der Betrag, den man nun von der Pflegekasse erhält, hat sich teilweise erhöht. Um die gestiegenen Ausgaben seitens des Bundes zu finanzieren, wird der Prozentanteil der Pflegeversicherung um 0,5 % erhöht. Es gilt einen Mehrbedarf von fast 2,5 Milliarden Euro jährlich zusätzlich zu decken.
Die folgende Tabelle zeigt, welcher Betrag Ihnen bei welchem Pflegegrad in Zukunft zusteht

Diesem Bild können Sie entnehmen, wie hoch die Geld- und Sachleistungen bei den Pflegegraden sind.

Wie bekomme ich in Zukunft meine Pflegegrad anerkannt?

In Zukunft wird der Pflegegrad über das neue Begutachtungsassessment (NBA) bestimmt. Wie bei den Pflegestufen auch, wird hierdurch ermittelt in wie weit die pflegebedürftige Person in der Lage ist, ihren Alltag selbstständig zu meistern. Dabei wird nicht mehr nur die rein körperliche Komponente betrachtet, sondern die körperliche und geistige Selbstständigkeit gleichermaßen beurteilt.
Die bisherige minutengenaue Messung wird im neuen NBA nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Um die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen herauszufinden, wird dagegen ein Punktesystem eingeführt. Dieses Punktesystem umfasst eine Skala von 0 bis 100 Punkten.
Generell werden sechs Bereiche geprüft und dort einzelne Punkte vergeben um den Pflegegrad zu bestimmen.

  • Hilfen bei der Alltagsverrichtung
    Wieviel Zeit nimmt die tägliche Verrichtung in Anspruch?
  •  Psychosoziale Unterstützung
    Welcher Bedarf besteht im Hinblick auf psychosoziale Unterstützung?
  • Nächtlicher Hilfebedarf
    Wie oft muss in der Nacht Hilfe geleistet werden?
  • Präsenz Wessen Präsenz? vlt Hilfskraft am Tag
    Wie lange kann die pflegebedürftige Person alleine bleiben?
  • Unterstützung beim Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen
    Wieviel Unterstützung ist beim Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen nötig? (z. B. Einnahme von Medikamenten oder Wechsel von Verbänden)
  • Organisation der Hilfen
    Wer übernimmt bisher die Pflege? Kommt ein Pflegedienst oder übernehmen Angehörige diese Aufgabe?

Übersicht der einzelnen Pflegegrade

Geringfügige Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

Personen die bei dem Begutachtungsassessment zwischen 12,5 und 26,5 Punkten in den sechs Kategorien (Hilfen bei der Alltagsverrichtung, Psychosoziale Unterstützung usw.) erhalten haben, bekommen den Pflegegrad 1 zugewiesen. Er ist, wie bereits erwähnt, nicht mit der Pflegestufe 0 gleichzusetzen. Die Bedingungen um diesen Grad zu erhalten sind geringer als bei der Pflegestufe 0. Das bedeutet, dass mehr pflegebedürftige Menschen mit der Unterstützung durch die Pflegekasse rechnen können.

Leistungen: Eine Geld- oder Sachleistung erhalten diese Personen nicht. Dagegen haben Sie einen Anspruch auf die Verhinderungspflege und die Kurzzeitpflege.

Voraussetzungen:

  • Grundpflege: 27-60 Minuten
  • Psychosoziale Unterstützung: bis 1x täglich
  • Nächtliche Hilfen: nein
  • Präsenz tagsüber: nein

Haben Sie noch Fragen?

Rufen Sie uns an und lassen Sie sich unverbindlich beraten.

089/44372812

Sie finden uns hier:

Blog & Aktuelles

Pflegebegutachtung

Pflegebegutachtung Um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, ist es notwendig, sich mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung bekannt zu machen. Die Hauptaufgabe des MDKs (Medizinische Dienst der Krankenversicherung) ist die Begutachtung von Pflegebedürftigkeit. Zudem gehören zu den Aufgaben des MDKs die Durchführung von Qualitätsprüfungen in Altersheimen und ambulanter Pflegedienst München und die Beratung von Pflegenden…
Weiterlesen

Kontaktieren Sie uns

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Menü