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Lücke in der Pflegereform

Lücke in der Pflegereform – 80.000 Pflegebedürftige bangen um Ihren Heimplatz

Wegen einer Lücke in der Pflegereform, die 2017 in Kraft tritt, könnten bis zu 80.000 Pflegebedürftige ihren Heimplatz verlieren. Davor warnt der Pflegeheimverband (bpa).

Hintergrund ist das Wegfallen der sogenannten „Hilfe zur Pflege“. Diese tritt in Kraft, sobald ein Heimbewohner von der Einteilung in die Pflegestufen 1,2 oder 3 nicht erfasst ist und somit offiziell auch nicht als pflegebedürftig gilt. Da somit die Kosten für einen Heimplatz nicht von der Pflegekasse getragen werden können, springt die Hilfe zur Pflege ein und übernimmt die Kosten für die Heimunterbringung.

Durch die Pflegereform 2017 stehen viele Heimbewohner vor einer unsicheren Zukunft. Laut der bpa sind rund 80.000 Menschen davon betroffen. Das macht ungefähr 10% der Bewohner von Pflegeheimen aus.

„Diese Menschen sind häufig über 80 Jahre alt und mussten die eigene Wohnung aufgeben. Alle Beteiligten benötigen dringend ein verlässliches Signal, dass die Sozialhilfeträger auch künftig die Kosten tragen, wenn die Unterbringung in einem Pflegeheim notwendig ist, aus dem eigenen Einkommen aber nicht bezahlt werden kann. Hier darf es keine bösen Überraschungen geben“, sagt bpa-Präsident Bernd Meurer.

Den jeweiligen gesetzgebenden Organen ist dies bereits bewusst. Sie erarbeiten gerade einen Entwurf, der diesem Problem entgegenwirken soll.

Der Gang ins Altersheim muss jedoch nicht immer die letzte Möglichkeit für pflegebedürftige Personen sein. Ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden ist zum Beispiel durch eine 24 Stunden Pflege oder durch einen ambulanter Pflegedienst möglich.

Die Pflegereform 2017

Die Reform 2017 beinhaltet die generelle Umstrukturierung der Pflegeeinstufung. Das Begutachtungssystem wird grundlegend geändert und beinhaltet ab Januar 2017 nun nicht mehr drei Pflegestufen, sondern fünf Pflegegrade.

Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler der Reform stellt die Erhöhung der Leistungen, die von der Pflegeversicherung gezahlt werden, dar. Um diesen Anstieg finanzieren zu können, wird die Pflegeversicherung für alle Arbeitnehmer um 0,5% erhöht.

Zudem wird durch die Pflegereform eine Besserstellung von pflegebedürftigen Personen mit demenziellen Erkrankungen erreicht. Bisher wurden die körperlichen Einschränkungen höher gewichtet als die geistigen Einschränkungen. Dies wird sich in Zukunft ändern, indem psychische und physische Faktoren gleichgesetzt werden.

Wenn Sie mehr über die neuen Pflegegrade ab 2017 erfahren wollen, folgen Sie bitte diesem Link.  

 

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